Bild: Buckower Chaussee


telegrafisches Kurzzeichen: BBCH, vormals Buc
eröffnet: 15. Mai 1946
elektrischer Betrieb seit: 15. Mai 1946
Station liegt an der Dresdener Bahn

Marienfelde Schichauweg

Schon vor dem Ersten Weltkrieg war an dieser Stelle ein Haltepunkt geplant. Zur Ausführung kam es wegen der Kriegsauswirkungen jedoch nicht. Erneut wurde das Projekt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg avisiert, über die Herstellung einer Dammschüttung gingen die Arbeiten, auch hier kriegsbedingt, jedoch wieder nicht hinaus. Erst 1946 wurde die Station gebaut. Seine Errichtung geht auf einen Wunsch der US-Alliierten zurück, die damit eine bessere Erschließung ihres Hauptversorgungslagers im Sinne hatten. Dieses befand sich auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwagenausbesserungswerkes Lichtenrade, welches jedoch nie als solches in Betrieb ging. Die Deutsche Reichsbahn baute eine Station mit zwei Seitenbahnsteigen, von denen aber nur der östlichere am 15. Mai 1946 in Betrieb ging. Der westlichere wurde nie von Zügen angefahren, da sein Gleis bedingt durch die Reparationsleistungen in die entgegengesetzte Himmelsrichtung verschwand.

Bild: Passimeter

Der Bahnsteig konnte nur über diesen einzigen Zugang erreicht werden.
Im Passimetergebäude befand sich auch die Fahrkartenausgabe (25. Dezember 1983).

Die Station wurde damals entsprechend der Materialknappheit mit den einfachsten Mitteln erbaut. U.a. fanden auch Trümmerziegel eine weitere Verwendung beim Bahnsteigbau, der Dienst- und Warteraum waren platzmäßig äußerst knapp gehalten. Das änderte sich erst nach der Übertragung der Betriebsrechte an die BVG am 9. Januar 1984. Beim Ausbau der Dresdener Bahn Ende der 1980er Jahre wurde der Bahnsteig in nördlicher Richtung verlängert. Er reicht seitdem an die namensgebende Straße heran. Diese sollte übrigens nach den Umbauplänen Albert Speers zur Umgestaltung Berlins in die Welthauptstadt Germania Teil der vierten Ringstraße sein.

Bild: Bahnhofsansicht

Blick über den Haltepunkt (17. Mai 2003).

Mit diesem zweigleisigen Ausbau zwischen Marienfelde und Lichtenrade begann man im Februar 1988, gleichzeitig beseitigte man damit den letzten eingleisigen Streckenabschnitt der S-Bahn in Westberlin. Man riss den westlichen, nie benutzten Bahnsteig ab und erbaute ihn neu. Am 11. Dezember 1989 gingen er sowie das wiederaufgebaute zweite Streckengleis in Betrieb. Jetzt begann man mit der Sanierung des östlichen Seitenbahnsteiges sowie der Kompletterneuerung des gesamten, schon vorhandenen Gleisplenums zwischen Marienfelde und Lichtenrade. Am 28. Juli 1990 waren auch diese Arbeiten abgeschlossen, man fuhr nun endlich wie vor dem Kriege wieder zweigleisig. Bei der Neugestaltung ließ sich die BVG nicht lumpen: Der torbogenähnliche Übergang - entworfen vom U-Bahnarchitekten Rainer Rümmler - zwischen beiden Seitenbahnsteigen ist weithin sichtbar und gibt der einst fast unscheinbaren Station eine neue Bedeutung.

Marienfelde Schichauweg

Autoren:
Detlef Hoge, Mike Straschewski

Quellen und Buchtipps:
Die Bauwerke der Berliner S-Bahn: Die Vorortstrecke nach Zossen; H. Schmidt, J. Tomisch; Verlag Volker Spiess GmbH, 1985
Berlins S-Bahnhöfe; Jürgen Meyer-Kronthaler/Wolfgang Kramer, be.bra Verlag, 1998

weiterführende Links:
Bahnstrecken im Süden Berlins
Der Bahnhof bei Google Maps

Veröffentlichung:
26. Oktober 2008


letzte Änderung des Textes: 24. Oktober 2007

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